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Einleitung
Der
Fisch ist zeitlebens von Wasser umgeben, ähnlich wie wir von Luft. Wie
auch die Luft wird das Wasser
von seiner Umwelt geprägt. Regenwasser
nimmt schon in der Atmosphäre Umweltschadstoffe auf. Sobald es
auf den Boden gelangt und zu
versickern beginnt, setzt sich dieser Prozess durch die Aufnahme weiterer Stoffe
fort. Laufend verändert sich so seine chemische Zusammensetzung
und dementsprechend gleicht
kein Wasser dem Anderen.
Der Mensch verändert
die Art des Wassers ebenfalls. Sei dies unbewusst, durch
Verschmutzung der Umwelt,
mit Nitraten zum Beispiel oder bewusst (wenn
auch eher selten) durch Zusätze wie Chlor, damit das Wasser
durch die Leitungen "rein" in unsere Wohnungen gelangt. All
diese Einwirkungen, in welchen Mengen auch
immer, lassen das Wasser überall einzigartig sein. Da Wasser weitgehend
die Lebensqualität der Fische beeinflusst, ist es sehr wichtig, dass der
Aquarianer mit dieser Eigenart umzugehen weiss.
Ein Aquarium
sollte wie ein Biotop funktionieren, um möglichst genau dem natürlichen
Lebensraum der Fische
zu entsprechen. Werden diese Bedingungen
berücksichtigt, sind die besten Voraussetzungen geschaffen, dass
sich Ihre Fische wohl fühlen und Ihr Aquarium zu einem Augenschein wird,
an dem Sie sich täglich erfreuen
können.
Leider zeigt die
Praxis, dass diese Voraussetzungen oft zu wenig beachtet werden und
entsprechend Pflanzen
und Fische aus den verschiedensten Regionen in einem Aquarium vereint
werden. Es kommt sogar vor, dass Pflanzen und pflanzenfressende Fische
im gleichen Aquarium landen. Vor allem für einen Aquaristik-Neuling ist
es sicher schwierig, sich
all dieser Bedingungen von Anfang an bewusst zu sein und es passieren
Fehler, die
nicht gleich
als solche erkannt werden. Unterstützt werden Fehlkäufe
dieser Art leider wieder auch dadurch,
dass
grosse Fachgeschäfte hin und wieder zu stark auf den Umsatz konzentriert
sind, als sich
für das Wohl der Tiere und die Kundenzufriedenheit zu interessieren.
Der Ärger und
die Unkosten, die durch das stetige Austauschen der Pflanzen entstehen,
verleiten den Kurden irgendwann nach entsprechender Hilfe zu suchen.
Wenn dies rechtzeitig geschieht, können Pflanzen wie auch Fische
gerettet und das Aquarium entsprechend umgerüstet werden.
Lassen Sie daher
Veränderungen im Aquarium nicht zu lange anstehen, sondern setzen Sie
sich möglichst
rasch mit uns in Verbindung. Gerne erstellen wir für Sie eine Analyse
der kompletten Anlage und beraten
sowie unterstützen Sie bei möglichen Massnahmen.
Die folgenden
Informationen sollen Ihnen einen kleinen Einblick in die faszinierende
Welt des Wassers geben
und helfen, Wasser besser zu verstehen.
Leitwert:
Mittels des Leitwertes kann
der Salzgehalt des Wassers festgestellt werden. Salze lösen sich im Wasser
und zerfallen in negativ
geladene Anionen und positiv geladene Kationen. Der Leitwert definiert
somit die elektrische Leitfähigkeit des Wassers.
Der Leitwert ist
aber kein absoluter Wert sondern ein Summenparameter, der bedingt Rückschlüsse auf
die Qualität und Eignung des Wassers liefert. Der Leitwert misst die Summe
der gelösten Ionen (Anionen
und Kationen) im Aquarium.
Er eignet sich
vor allem für eine generelle Überwachung des Aquarium Wassers und nicht
zum Bestimmen einzelner Teilwerte. Eine Veränderung des Wassers kann
anhand des Leitwertes schnell und einfach
festgestellt werden.
Im Normalfall
bleibt die Wasserhärte im Aquarium konstant. Eine Erhöhung des
Leitwertes würde jedoch
auf eine Anreicherung anderer Salze, wie zum Beispiel Nitrat, hindeuten.
Erhört sich hingegen die organische Belastung, verändert sich der
Leitwert nicht.
Die Ionen
entstehen aus den verschiedensten Salzen, zu welchen auch die
Nitratsalze gehören. Nitrat ist als Stickstoffquelle ein lebenswichtiger
Nährstoff für Pflanzen. Die Nitrate werden deshalb etwas später im Text
ausführlicher beschrieben.
Um die Qualität
des Wassers zu beurteilen, werden in der Aquaristik die folgenden Werte
gemessen:
Gesamthärte (GH)
Karbonathärte (KH)
pH-Wert
Nitrat- und Nitritwerte
Ein wichtiger
Parameter bezüglich der Wasserqualität ist die Wasserhärte. In der
Aquaristik sind dabei
die
Gesamthärte und die Karbonathärte massgebend.
Gesamthärte
(GH):
Der Begriff
Gesamthärte im aquaristischen Sinn bezeichnet die Summe aller im Wasser
gelösten Erdalkali-
metall-Ionen, Kalzium, Magnesium, Barium und Strontium. Im Süsswasser
spielen als Härtbilder nur Kalzium
und Magnesium eine Rolle, die beiden anderen Metalle sind nur in
sogenannten Spuren
im Wasser gelöst.
Konkret wird mit
der Wasserhärte die Aquivalentkonzentration (Konzentration der Kationen)
der im Wasser gelösten Ionen in speziellen Zusammenhängen aber auch
deren anionischer Partner bezeichnet. So kann
grob die Aussage gemacht werden, dass die Wasserhärte von 1 °dH in etwa
33µS/cm (Leitfähigkeit in Mikrosiemens je Zentimeter) entspricht.
Wenn
somit viel Kalzium/Magnesium gelöst wurde, ist das Wasser hart. Bei
wenigen gelösten Ca/Mg-
Ionen hingegen ist es weich.
|
Härtegrad °dH |
Beschreibung |
| 0 - 5.6 |
sehr weich |
| 5.6 -
11.2 |
weich |
| 11.2 -
16.8 |
mittelhart |
|
16.8 - 22.4 |
hart |
| > 22.4 |
sehr hart |
Quelle:
ETH Zürich
Der GH-Wert ist einer der wichtigsten Werte, da die Gesamthärte die
organischen Funktionen aller
Lebewesen im Wasser beeinflusst. Ein Fisch kann im falschen Wasser
durchaus sterben - oder
schlimmer - sehr lange leiden.
Pflanzen können
bei falschen Werten nicht richtig arbeiten, was bedeutet, dass sie nicht wachsen
oder
sogar
eingehen, was eine Übersättigung an Nährstoffen und damit verbunden
ein stärkerer Algenwuchs zur
Folgen haben kann.
Der GH-Wert sollte
wöchentlich kontrolliert werden.
Karbonathärte (KH):
Die
Karbonathärte bildet das Pendant zur Gesamthärte und besteht aus
Anionen. Darunter fallen Karbonate
und Hydrogenkarbonate (Bikarbonat), die als Salz eine Verbindung mit
Kalzium oder Magnesium haben.
Die Karbonathärte hat durch ihr Säurebindevermögen einen Einfluss auf
den pH-Wert
und wirkt so als Puffersystem.
Sie verhindert
eine zu starke und zu rasche Veränderung des pH-Wertes. Wegen dieser
Funktion wird der Karbonathärte eine höhere Bedeutung als der
Gesamthärte zugemessen.
Das enge
Zusammenspiel zwischen Karbonathärte und pH-Wert ist für das
Wohlbefinden unserer Pfleglinge lebenswichtig.
Der KH-Wert sollte
wöchentlich kontrolliert werden.
pH-Wert: (potentia
Hydrogenii):
Im Wasser lösen sich nicht nur Salze sondern auch
saure, basische und neutrale Stoffe - je nach deren Gleichgewicht ist das Wasser
folglich sauer oder alkalisch (auch basisch genannt). Chemisch reines Wasser
hat einen pH-Wert von 7 und gilt somit als neutral.
Der pH-Wert
dient als Mass für die Konzentration (Aktivität) der Wasserstoffionen in
einer wässrigen Lösung.
Bei der Angabe des pH-Wertes handelt es sich um eine Aufteilung im
Zehnerlogarithmus, was bedeutet,
dass ein pH-Wert von 6 dementsprechend zehnmal so sauer wie ein pH-Wert
von 7 ist. Falsche pH-Werte
können fatal sein, weil die Abweichung grösser ist als die effektive
Zahl zu sein scheint.
| pH-Wert |
Beschreibung |
| 4 - 7 |
saures Wasser |
| 7 - 10 |
alkalisches Wasser |
Der pH-Wert spielt für das Wohlbefinden der Fische im Aquarium, für die
Flockung und Filtration für das Korrosionsverhalten des Wassers und
nicht zuletzt für ein gutes Pflanzenwachstum eine entscheidende Rolle.
Alle Lebewesen haben einen Toleranzbereich im Bezug auf den pH-Wert und
können ausserhalb dieses
Bereiches nicht überleben, wobei Fische
etwas heikler sind als Pflanzen. Sehr empfindlich reagieren sie auf eine
rasche und starke Veränderung des pH-Wertes, welche zum Beispiel durch
einen Säuresturz in relativ weichem Wasser ausgelöst werden kann, wenn
sämtliches Bikarbonat aufgebraucht ist.
Der
Toleranzbereich kann je nach Pflanze oder Fisch sehr unterschiedlich
sein. Es gibt Pflanzen die lieben
saure Böden, wie zum Beispiel Torfmoos der einen pH-Wert von 3.4
bevorzugt, dagegen aber Huflattich, der
einen alkalischen Boden benötigt mit einem pH-Wert von 8.
Der pH-Wert sollte anfänglich alle drei Tage kontrolliert werden.
Sollte der pH-Wert
über eine längere Zeit stabil bleiben, genügt eine wöchentliche
Kontrolle.
Nitrifikation:
Durch die Ausscheidungen der Fische (Ammonium,
Ammoniak) sowie durch Pflanzen und Futterreste (Eiweiß) gelangen organische
Verbindungen ins Wasser. Diese organischen Stoffe werden im Aquarium
zuerst in Ammonium
oder Ammoniak umgewandelt. Welcher der beiden Stoffe sich bildet, hängt
vom pH-Wert ab.
Das frei
gesetzte Ammonium/Ammoniak wird im Aquariumfilter durch nitrifizierende
Bakterien in zwei Schritten
zu Nitrat oxidiert. Diesen Prozess bezeichnet man als Nitrifikation. Die
Nitrifikation ist ein Teilprozess des Stickstoff-Kreislauf Ökosystems.
Sie besteht aus zwei Teilprozessen, wobei im ersten Ammoniak zu Nitrit
und im zweiten dieses zu Nitrat oxidiert. So entsteht für Pflanzen
stickstoffhaltiger Mineralnährstoff.
Wird ein
Aquarium neu eingerichtet, ist die Population dieser Nitrifikanten
(Nitrosomas und Nitrobakter) oft
noch zu gering, was zu einer Überlastung des Wassers und so zu
einer Vergiftung der Fische führen kann.
Eine Einfahrzeit
des Aquariums von mehreren Wochen ist daher unumgänglich und selbst
teuer angepriesene Mittel können die nötigen Bakterien nicht sofort
aufbauen. Wird diese Einlaufzeit aber berücksichtigt hat man
die besten Voraussetzungen geschaffen, damit das Aquarium stabil und mit
gesunden Werten für die
Lebewesen laufen kann.
Ammonium/Ammoniak (NH4+/NH3):
Ammonium
(NH4+) ist ein Kation, das chemisch ähnlich reagiert wie
Alkalimetall-Ionen und Salze
entsprechender Formel bildet, beispielsweise Ammonsalpeter
(Ammoniumnitrat) NH4NO3 oder den
Salmiak (Ammoniumchlorid). In der Natur entsteht Ammonium in erster
Linie beim Abbau von Proteinen.
Ammoniak ist eine chemische Verbindung von Stickstoff und
Wasserstoff mit der Summenformel NH3.
Ammonium/Ammoniak
ist das erste Glied in der Nitrifikationskette. Es wird direkt von den
Fischen über
die Kiemen ausgeschieden. Zu viel Futter (Überfütterung), Fischkot oder
tote Tiere, in anderen Worten durch
den Zerfall organischer Stoffe (insbesondere
eiweisshaltiger Stoffe) entsteht als Endprodukt Ammonium/ Ammoniak.
Durch die biologische Filterung wird mittels der Nitrosoma-Bakterien das
Ammonium/Ammoniak
zu Nitrit oxidiert. Dieser Prozess
verbraucht im Filter einen Anteil des Sauerstoffes.
In einem optimal
funktionierenden Becken wird Ammonium/Ammoniak von den Pflanzen als
Nahrungsquelle genutzt, wodurch ein biologische Gleichgewicht entsteht.
Das Verhältnis
der Anteile des Ammoniums zu Ammoniak steht in einer
Wechselbeziehung und ist abhängig
vom pH-Wert des Wassers und der Temperatur. Bei einem pH-Wert unter 7
steigt der Anteil an Ammonium
und es liegt praktisch kein Ammoniak vor, dagegen bei einem pH-Wert von
über 7 nimmt der Anteil an
giftigem Ammoniak zu. Bei einem pH-Wert knapp über 8 liegen Ammonium und
Ammoniak in etwas im
Verhältnis 1:1 vor. Folgende Tabelle verdeutlicht dieses Verhältnis:
NH4+ / NH3
Gesamtgehalt
(mg/l) |
Anteil des
giftigen Ammoniak (mg/l)
bei pH-Wert |
Bewertung |
|
6 |
6,5 |
7 |
7,5 |
8 |
|
0,1 |
<0,001 |
<0,001 |
<0,001 |
<0,002 |
<0,006 |
|
|
0,2 |
<0,001 |
<0,001 |
<0,001 |
<0,004 |
<0,011 |
harmlos |
|
0,3 |
<0,001 |
<0,001 |
<0,002 |
<0,006 |
<0,017 |
|
|
0,5 |
<0,001 |
<0,001 |
<0,003 |
<0,01 |
<0,029 |
|
|
0,8 |
<0,001 |
<0,002 |
<0,005 |
<0,015 |
<0,046 |
|
|
1 |
<0,001 |
<0,002 |
<0,006 |
<0,019 |
<0,057 |
|
|
1,2 |
<0,001 |
<0,002 |
<0,007 |
<0,023 |
<0,069 |
kritisch |
|
1,5 |
<0,001 |
<0,003 |
<0,009 |
<0,029 |
<0,086 |
|
|
2 |
<0,001 |
<0,004 |
<0,012 |
<0,038 |
<0,114 |
|
|
4 |
<0,002 |
<0,008 |
<0,024 |
<0,076 |
<0,229 |
|
|
6 |
<0,003 |
<0,011 |
<0,036 |
<0,114 |
<0,342 |
akut |
|
8 |
<0,004 |
<0,015 |
<0,048 |
<0,152 |
<0,458 |
gefährlich |
|
Die Tabelle bezieht sich auf 24° C Wassertemperatur (nach
Krause) |
Ammonium ist ein optimaler
Pflanzendünger und ungiftig für die Fische. Hingegen Ammoniak ist ein
starkes Fischgift! Dabei stellt ein
Ammoniak-Gehalt ab 0,02 mg/l bereits eine Gefährdung dar (orangefarbige
Felder). Bei
Werten ab 0,2 mg/l (rote Felder) tritt akute Lebensgefahr ein.
Laut
Diana Walstad bevorzugen Pflanzen das Ammonium und solange es zur Verfügung steht, wird kein Nitrat
verarbeitet, da die
Nitrat-Verarbeitung einen höheren Energieaufwand
bedeutet.
Liegt Ammonium
in einer geringen Menge stetig vor, können Pflanzen sehr gut wachsen. In
modernen Filtern
wird Ammonium schnell zu Nitrit und Nitrat verarbeitet, weshalb es
häufig nicht mehr verfügbar ist. Liegt ein Ammonium Mangel vor, sind
Pflanzen gezwungen Nitrit oder Nitrat zu verwerten, was sie deutlich
mehr
Energie kostet und dadurch ihr Wachstum gehemmt wird.
Nitrit (NO2):
Bei der
Oxidation von Ammonium-Ionen unter Verbrauch von Sauerstoff wird Nitrit
gebildet. Es gilt als Zwischenprodukt der vollständigen Oxidation des
Stickstoffs zu Nitrat und sollte möglichst tief gehalten
werden.
Nitrit ist sehr
giftig für Fische und kann diese bei zu hoher Konzentration töten. Der
Nitrit-Wert sollte bei
0,0 liegen. Werte von 0,1 - 0,2 sind kurzfristig (für wenige Stunden)
tragbar, müssen aber umgehend nach
dem Nachweis durch einen grosszügigen Teilwasserwechsel reduziert
werden.
Nitrit kann nur
durch eine funktionierende biologische Filterung und mässigen Besatz
dauerhaft klein
gehalten werden.
Der Nitrit-Wert sollte alle zwei Tage gemessen werden.
Bereits ein
totes Tier kann die Nitrifizierung eines kleinen Aquariums überfordern
und es kann zu einem
Nitrit-Peak kommen, welcher schlussendlich für viele Tiere tödlich enden
könnte.
Während der
Einfahrphase gibt es noch keine Bakterien (Nitrobakter) die diese
Aufgaben erledigen. Sie
bilden sich erst bei genügend Nahrung, daher kommt es während der
Einfahrphase bereits zu einem
Nitrit-Peak. Nach diesem Peak sollte man mindestens noch eine Woche
abwarten, bevor die ersten Tiere eingesetzt werden. Der gesamte
Einfahrprozess kann unter Umständen 4-6 Wochen dauern.
Nitrat (NO3):
Nitrate sind die
Salze und Ester der Salpetersäure (HNO3).
Im Wasser werden
Nitrate durch die bakterielle Nitrifikation gebildet. Bei der Zersetzung
eiweisshaltiger organischer Stoffe wird zuerst Ammoniak freigesetzt.
Durch die Oxidation der Nitrosomas führt dies zu
Nitrit, welches dann wiederum durch die Nitritoxidierer (Nitrobakter) zu
Nitrat weiteroxidiert.
Nitrat ist das
Endprodukt der Nitrifizierung und wird nicht weiter abgebaut sondern
reichert sich im Aquarium
stetig an. Es wird von den Pflanzen als "Nahrung" aufgenommen, durch
nitratatmende Bakterien beeinflusst
oder verlässt das Aquarium über den wöchentlichen Teilwasserwechsel. Der
Wasserwechsel ist bei normalen Aquarien mit üblichen Filtern der einzige
Weg, um den Nitratgehalt im Grenzbereich zu halten.
Nitratanionen
selbst sind weitgehend ungiftig. Grenzen zur Toxizität für die Fische
liegt in der gleichen Grössenordnung wie bei Chloriden und
Sulfaten, nämlich im zweistelligen Grammbereich (Wert
höher als 50 mg/l). Es gilt jedoch zu beachten, dass normalerweise der
Nitratwert zwischen 1 und 35 mg/l
liegt und selbst dieser für gewisse Fische bereits zu hoch sein kann.
Pflanzenwuchsproblem können auf einen zu hohen Nitratwert zurückzuführen
sein. Es gibt einige
Pflanzenarten die sogar sensibler auf den Nitratwert reagieren als
Fische.
Kohlendioxid (CO2):
CO2 ist für die
Wasserpflanzen der Hauptnährstoff und bildet die energetische Grundlage
für deren
Wachstum. Die Pflanzen produzieren in der sogenannten
Photosynthese aus CO2, Wasser und Lichtenergie
die Energiestoffe Zucker und Stärke. Die Pflanze gibt Sauerstoff ab, den
wiederum die Tiere zur Atmung
brauchen.
Bei schwach
beleuchteten Aquarien mit einer grossen Anzahl von Fischen und wenig
Pflanzen kann es
vorkommen, dass der CO2 Wert zu hoch ist. Normalerweise wird das CO2
über die Wasseroberfläche oder
kann mittels der Installation eines Ausströmersteins oder eines
Diffusors am Filterauslauf reduziert werden.
Das CO2 sollte den Wert von 20 mg/l nicht übersteigen. Ein zu hoher CO2
Gehalt kann bei den Tieren die
Atmung über die Kiemen erschweren.
Herrscht ein
starker Pflanzenbestand kann es zu einem CO2-Mangel kommen. In diesem
Fall sollte eine zusätzliche Zufuhr über entsprechende CO2-Anlagen
erfolgen. Dabei sollte der CO2-Gehalt des Wassers
nicht unter 5mg/l fallen, ideal wäre ein Gehalt von 10 - 20 mg/l. Liegt
ein massiver CO2-Mangel vor, kann es
zur sogenannten biogenen Entkalkung kommen.
CO2 wird durch
die Fische am Tag ausgeatmet und über die Pflanzen wieder in Sauerstoff
umgewandelt. In
der Nacht dagegen verbrauchen die Pflanzen kein CO2, wodurch der
CO2-Wert während dieser Zeit leicht ansteigt.
Sauerstoff (O2):
Sauerstoff ist die Grundlage für
alle lebenden Organismen im Aquarium, insbesondere für die Atmung der
Fische. Ebenfalls wird bei der Oxidation von Ammoniumionen zu Nitrit
oder durch den Abbau organischer Verbindungen im Filter eine beachtliche
Menge des Sauerstoffes verbraucht.
Zugeführt wird
Sauerstoff von den Pflanzen (Umwandlung von Kohlendioxid in Sauerstoff)
oder es diffundiert
über die Wasseroberfläche ein. Bei einem Sauerstoffmangel kann dieser
auch durch sogenannte Oxydatoren
in gelöster Form eingebracht werden. Regelmässiges Reinigen der Filter
sowie artgerechte nicht zu reichliche Fütterung der Fische kann den
Verbrauch des Sauerstoffes entsprechend in Grenzen halten.
Der
Sauerstoffgehalt des Wassers sollte grundsätzlich den Wert von 6 mg/l
nicht unterschreiten. Dabei ist zu beachten, dass der Sauerstoffgehalt
am Abend am höchsten ist, weil die Pflanzen diesen tagsüber laufend
produzieren. Dieser Umwandlungsprozess von Kohlendioxid in Sauerstoff
durch die Pflanzen findet in der
Nacht jedoch nicht statt, sodass der Sauerstoff während dieser Zeit
durch die Atmung der Fische reduziert
wird und dadurch am Morgen am niedrigsten ist. Der O2-Gehalt sollte
4mg/l auf keinen Fall
unterschreiten.
Das
Lösungsvermögen des Wassers ist von der Temperatur abhängig. Je höher
also die Temperatur, desto niedriger ist der Sauerstoffgehalt.
Kupfer (Cu):
Kupfer in Wasser
gelöst ist für Fische und auch Schnecken sehr giftig. Allerdings ist
Kupfer aber auch ein
wichtiges Spurenelement, dass von Pflanzen in geringen Mengen benötigt
wird. Eine etwas höhere
Konzentration kann die Pflanzen vollständig zerstören. Algen reagieren
ebenfalls sehr empfindlich auf Kupfer.
Hingegen können die üblichen Aquarienbakterien bis zu 1 ppm Cu ertragen.
Einzelne Süsswasserfische
können diese Konzentration an Kupfer maximal einen Tag lang aushalten.
Kupfermangel
kann hingegen zu Krankheiten führen, da es wie Eisenmangel, Chlorosen
hervor ruft. Im
Aquarium kommt dies jedoch selten vor, da nebst dem aus der
Wasserleitung zugeführten Kupfer auch
das Futter kleine Kupferspuren enthält.
Der Kupfergehalt
im Wasser sollte nicht nachweisbar sein. Vor allem beim
Teilwasserwechsel sollte darauf geachtet werden, dass nur kaltes Wasser
aus der Leitung verwendet wird. Denn durch warmes Wasser wird
mehr Kupfer aus den Leitungen gelöst. Es empfiehlt sich auch vor dem
Bezug von Wasser für das Aquarium dieses vorgängig etwas fliessen zu
lassen. Ansonsten empfiehlt sich ein Wasseraufbereiter zu verwenden,
damit nicht zu viel Kupfer ins Aquarium gelangen kann.
Eisen (Fe):
Eisen ist für
die Pflanzen ein wichtiges Spurenelement. Man sollte versuchen, einen
Eisengehalt von etwa
0,05 - 0,1 mg/l zu erreichen.
Eisen ist ein
Metall, das in allen natürlichen Gewässern vorkommt und bei vielen
biologischen Vorgängen
eine zentrale und lebensnotwendige Rolle spielt. Zum Beispiel würde der
Transport von Sauerstoff in den
roten Blutkörperchen ohne Eisen sowie auch die Photosynthese der
Pflanzen und die lebensnotwendige Verwertung des Nitrat zum Aufbau von
pflanzlichem Eiweiss nicht funktionieren.
Für den
Pflanzenwuchs sind sowohl zu niedrige als auch zu hohe Eisenwerte
schädlich. Der optimale
Eisenwert liegt bei 0,1 mg/l. Erhöht sich dieser auf über 0,2 mg/l, kann
es bei empfindlichen Wasserpflanzen
zu Mangelsymptomen, wie der gelblichen Verblassung der Blätter
oder allgemeinem Verkümmern
führen.
Temperatur:
Die Temperatur muss den Fischen angepasst werden
und sollte sich grundsätzlich in deren Toleranzbereich
bewegen. Vor allem bei der Auswahl der Fischarten sollte auf deren
Temperaturbedürfnisse geachtet
werden, damit zum Beispiel nicht tropische Fische mit solchen aus
Gebirgsseen gemischt werden. Die Futteraufnahme wie auch der
Stoffwechsel der Fische sinken mit fallenden Temperaturen. Die
gewünschte Temperatur kann über die sogenannte Heizung erreicht werden.
An heissen Sommertagen kann es
vorkommen, dass eine Raumkühlung benötigt wird. damit die Temperatur
nicht zu stark ansteigt.

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